Ein Kunde von uns, Inhaber einer Steuerkanzlei in der Südvorstadt, hat es im Frühjahr zufällig gemerkt. Seine Tochter tippte in ChatGPT: "Welche Steuerberater in Leipzig sind auf Freiberufler spezialisiert?" Es kamen vier Namen. Seiner war nicht dabei. Dabei sitzt er seit vierzehn Jahren dort, hat über zweihundert Mandanten, und bei Google steht er auf Seite eins.
Das war der Anruf, mit dem unsere Zusammenarbeit anfing.
Diese Szene wiederholt sich gerade in ziemlich vielen Leipziger Büros. Nicht als Katastrophe, eher als leises Unbehagen. Irgendwas verschiebt sich, man kann es noch nicht richtig benennen, und die Agentur, die seit Jahren die SEO macht, hat dazu auch keine so richtig überzeugende Antwort.
Kurz einsortiert: worüber reden wir hier eigentlich
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist die Arbeit daran, dass Ihr Unternehmen in den Antworten von Sprachmodellen auftaucht. ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude, dazu die KI-Übersichten, die Google inzwischen über die klassischen Treffer setzt.
Der Unterschied zur klassischen Suchmaschinenoptimierung ist kleiner, als manche Agenturen behaupten, und größer, als andere zugeben.
Klassisches SEO kämpft um Positionen in einer Liste. Es gibt zehn Plätze, Sie wollen einen davon, und wer klickt, landet bei Ihnen. Bei einer generativen Antwort gibt es keine Liste. Es gibt einen Fließtext, in dem drei oder vier Anbieter erwähnt werden, manchmal mit Quellenangabe, manchmal ohne. Wer nicht erwähnt wird, existiert in diesem Moment für den Nutzer nicht. Kein Platz elf, kein Trostpreis.
Und der zweite Punkt, der bei Gesprächen oft für Stirnrunzeln sorgt: Sie können das Ergebnis nicht direkt kontrollieren. Ein Sprachmodell zieht sich seine Einschätzung aus einem Sammelsurium von Quellen zusammen. Ihre Website ist eine davon. Ein Forumsbeitrag von 2022 ist eine andere. Ein Branchenverzeichnis, das Sie längst vergessen haben, unter Umständen auch.
Was eine GEO Agentur in Leipzig praktisch tut
Ich beschreibe mal einen typischen Ablauf, weil das Wort "Optimierung" sonst so beliebig klingt.
Am Anfang steht das Abfragen. Wir sammeln dreißig bis achtzig Fragen, die ein Mensch einem Chatbot stellen würde, wenn er Ihre Leistung sucht. Nicht Keywords. Ganze Fragen, so wie Leute wirklich schreiben, inklusive Tippfehler und Umgangssprache. "Wer baut in Leipzig bezahlbare Küchen ein", zum Beispiel. Oder "brauche ich einen Anwalt, wenn mein Vermieter in Plagwitz die Nebenkosten falsch abrechnet".
Diese Fragen laufen dann durch mehrere Modelle, mehrfach, über Wochen. Dabei kommt eine Tabelle heraus, die ziemlich unromantisch zeigt: Wo tauchen Sie auf, wo nicht, wer wird stattdessen genannt, und woher stammen die Informationen, mit denen das Modell arbeitet.
Der zweite Teil ist die Inhaltsarbeit, und der ist unspektakulärer als gedacht. Sprachmodelle mögen Texte, die eine Frage beantworten und nicht drumherum reden. Preise, die dastehen. Zuständigkeiten, die benannt sind. Ein Satz wie "Wir betreuen überwiegend Bauträger zwischen zehn und fünfzig Mitarbeitern im Raum Leipzig und Halle" ist für ein Modell brauchbar. "Ihr kompetenter Partner für individuelle Lösungen" ist es nicht. Dieser zweite Satz steht trotzdem auf gefühlt jeder dritten Website in der Region.
Der dritte Teil ist der mühsame: Erwähnungen außerhalb Ihrer eigenen Seite. Fachbeiträge, Verzeichnisse, Interviews, Presse, Wikipedia-fähige Belege, wenn Sie groß genug sind. Modelle vertrauen dem, was andere über Sie schreiben, mehr als dem, was Sie über sich selbst schreiben. Logisch eigentlich. Machen wir Menschen auch so.
Und warum jetzt ausgerechnet eine Agentur aus Leipzig
Ehrliche Antwort: für die reine Technik bräuchten Sie das nicht. Die läuft ortsunabhängig.
Es geht um etwas anderes. Eine GEO Agentur in Leipzig kennt die Umgebung, in der Ihre Sichtbarkeit entsteht. Sie weiß, welche regionalen Medien überhaupt zitiert werden, wie die LVZ online indexiert ist, dass die Handwerkskammer-Verzeichnisse erstaunlich oft in generierten Antworten auftauchen, und dass die Kreativszene rund um die Spinnerei ganz andere Referenzpunkte hat als ein Zulieferbetrieb in Wahren.
Dazu kommt der banale Vorteil, dass man sich treffen kann. GEO-Projekte leben davon, dass jemand aus Ihrem Haus zwei Stunden lang erzählt, was Sie eigentlich genau machen und für wen. Dieses Wissen bekommt man selten per Fragebogen aus den Leuten heraus. Aber an einem Tisch, mit Kaffee, funktioniert es fast immer.
Was Sie realistischerweise erwarten können
Ich mag die Versprechen nicht, die gerade durch den Markt wandern. Deshalb hier die unaufgeregte Version.
Erste messbare Veränderungen in der Regel nach sechs bis zehn Wochen, wobei "messbar" heißt: Sie werden bei bestimmten Fragen häufiger genannt als vorher. Nicht bei allen. Häufiger.
Die Schwankungen bleiben. Ein Modell-Update kann Ihnen über Nacht Sichtbarkeit schenken oder wegnehmen, und niemand, wirklich niemand, kann das zuverlässig vorhersagen. Wer Ihnen Garantien gibt, verkauft Ihnen ein Gefühl, keine Leistung.
Der Traffic-Effekt ist häufig kleiner als der Effekt auf die Anfragequalität. Menschen, die über eine KI-Empfehlung kommen, wissen schon, warum sie anrufen. Das ist der Teil, den Kunden nach einem halben Jahr am häufigsten zurückmelden.
Der Punkt, an dem man anfangen sollte
Nicht mit einem Vertrag. Mit einer halben Stunde am eigenen Rechner.
Stellen Sie fünfzehn Fragen an ChatGPT und Perplexity, so wie ein Kunde sie stellen würde. Schreiben Sie auf, wer genannt wird. Wenn Sie in null von fünfzehn Fällen auftauchen, haben Sie eine klare Lage. Wenn Sie in acht Fällen auftauchen, haben Sie eine Grundlage, auf der man aufbauen kann.
Der Steuerberater aus der Südvorstadt steht übrigens inzwischen bei elf von fünfzehn Fragen drin. Gedauert hat es fünf Monate. Der größte Hebel war am Ende kein technischer Trick, sondern eine ausführliche Seite darüber, wie er mit Honoraren bei unregelmäßigen Einkünften umgeht. So etwas hatte in Leipzig sonst niemand aufgeschrieben.
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