Google Ads für Leipziger Unternehmen: Warum lokale Kampagnen so oft Geld verbrennen

Wenn wir als Google Ads Agentur Leipzig ein bestehendes Konto übernehmen, schauen wir zuerst nicht auf die Anzeigen. Wir schauen auf die Standorteinstellungen. Dort liegt erstaunlich oft das größte Problem, und es ist mit ein paar Klicks behoben.

Dieser Artikel richtet sich an lokale Unternehmen: Praxen, Handwerker, Restaurants, Dienstleister, Einzelhändler. Also an alle, deren Kunden aus Leipzig und dem Umland kommen und nicht aus ganz Deutschland.


Fehler 1: Die Standortoption steht noch auf Standard

Google Ads unterscheidet bei der Standortausrichtung zwischen Personen, die sich in Ihrem Zielgebiet befinden oder regelmäßig dort aufhalten, und Personen, die sich lediglich für Ihr Zielgebiet interessieren. Voreingestellt ist die breitere Variante, die beides umfasst.

Für ein Hotel ist das sinnvoll, denn wer in München nach "Hotel Leipzig" sucht, ist ein potenzieller Gast. Für einen Schlüsseldienst in Reudnitz ist es verbranntes Geld. Der braucht niemanden aus Hamburg, der gerade einen Artikel über Leipzig liest.

Bei lokalen Dienstleistern stellen wir die Option fast immer auf Präsenz um. Das ist eine Einstellung in den Kampagneneinstellungen unter "Standorte", und sie ändert oft mehr als jede Anpassung am Anzeigentext.


Fehler 2: "Leipzig" als ein einziges Zielgebiet

Leipzig ist groß, und Menschen legen Wege sehr unterschiedlich zurück. Eine Physiotherapie-Praxis in Schleußig wird kaum Patienten aus Paunsdorf gewinnen, auch wenn beides in der Stadt liegt. Umgekehrt fährt jemand aus Taucha oder Markkleeberg eher zu einem Autohaus am Stadtrand als in die Innenstadt.

Deshalb arbeiten wir selten mit der Stadt als Ganzes. Sinnvoller ist ein Radius um den Standort, der zum Geschäft passt, oder eine Auswahl von Postleitzahlen. Bei manchen Kunden setzen wir unterschiedliche Gebotsanpassungen: Näher am Standort wird etwas mehr geboten, in den Randbereichen weniger. Welche Gebiete wirklich Anfragen bringen, zeigt der Standortbericht nach ein paar Wochen ziemlich deutlich.

Nicht vergessen sollte man Halle. Die beiden Städte liegen nah genug beieinander, dass für manche Branchen ein gemeinsamer Markt entsteht und für andere gar nicht. Das hängt stark davon ab, was Sie verkaufen.


Fehler 3: Keine ausschließenden Keywords

Wer auf "Umzug Leipzig" bietet, bekommt auch Suchen wie "Umzug Leipzig Jobs", "Umzugskartons Leipzig kostenlos" oder "Umzug Leipzig Ummeldung Bürgeramt". Keine davon wird ein Auftrag.

In Leipzig gibt es dazu einen Effekt, den man in anderen Städten weniger stark sieht: Die Stadt hat viele Studierende. Suchanfragen mit "günstig", "gebraucht", "Studenten" oder "WG" können für manche Anbieter genau richtig sein und für andere reine Streuverluste. Ein hochpreisiger Möbeltischler will diese Klicks nicht. Ein Transporterverleih vermutlich schon.

Die Liste der ausschließenden Keywords ist nie fertig. Wir gehen den Suchbegriffbericht in den ersten Wochen mehrmals wöchentlich durch, später in größeren Abständen. Es ist mühsame Arbeit, und genau deshalb wird sie oft übersprungen.


Fehler 4: Anrufe werden nicht gezählt

Viele lokale Kunden rufen einfach an. Sie füllen kein Formular aus, sie wollen jemanden sprechen. Wenn nur Formularanfragen als Conversion erfasst werden, sieht eine gut laufende Kampagne im Bericht aus wie ein Misserfolg. Und wenn man mit automatischen Gebotsstrategien arbeitet, optimiert Google dann auf die falschen Nutzer.

Anrufe lassen sich in Google Ads auf mehreren Wegen erfassen: direkt aus der Anzeige über Anruf-Assets und von der Website über eine Weiterleitungsnummer. Einrichten sollte man beides. Legen Sie außerdem fest, ab welcher Gesprächsdauer ein Anruf als Conversion zählt. Ein Zehn-Sekunden-Anruf, bei dem sich jemand verwählt hat, ist kein Kunde.


Fehler 5: Die Anzeige führt auf die Startseite

Jemand sucht nach "Dachrinne reinigen Leipzig Gohlis" und landet auf einer Startseite, die mit dem Firmenslogan und einem Bild des Teams beginnt. Dann muss er sich selbst durchklicken. Viele tun das nicht.


Eine gute Zielseite für lokale Kampagnen greift auf, wonach gesucht wurde. Sie nennt das Einzugsgebiet, zeigt eine Telefonnummer, die man auf dem Handy direkt antippen kann, und sagt klar, was der nächste Schritt ist. Sie muss nicht schön sein. Sie muss schnell laden und auf dem Smartphone funktionieren, denn dort findet der Großteil der lokalen Suchen statt.


Fehler 6: Das Google-Unternehmensprofil läuft nebenher

Das Unternehmensprofil und die Anzeigen werden oft getrennt betreut, meist von verschiedenen Leuten oder gar nicht. Dabei gehören sie zusammen. Mit einem verknüpften Profil kann Google in Anzeigen die Adresse anzeigen, und in Suchen mit Kartenbezug werden die Anzeigen sichtbarer. Und wer eine Anzeige sieht, schaut sich oft noch die Bewertungen an, bevor er anruft.


Veraltete Öffnungszeiten oder unbeantwortete Rezensionen kosten dann Anfragen, für deren Klicks Sie schon bezahlt haben.


Was Leipzig besonders macht

Ein paar lokale Eigenheiten tauchen in unseren Konten immer wieder auf. Während großer Messen verändert sich in manchen Branchen die Nachfrage spürbar, etwa in Gastronomie, Übernachtung und Transport. Die Semesterzeiten verschieben das Suchverhalten bei allem, was mit Wohnen und Umzug zu tun hat. Und die Stadt wächst: Neue Wohngebiete schaffen neue Nachfrage an Stellen, die vor ein paar Jahren noch niemand im Zielgebiet hatte.

Diese Dinge stehen in keinem allgemeinen Google-Ads-Leitfaden. Man bemerkt sie, wenn man mehrere Konten in derselben Stadt betreut und die Zahlen nebeneinander sieht.


Ein kurzer Selbstcheck

Wenn Sie Ihre Kampagnen selbst führen, öffnen Sie heute drei Dinge: die Standortoption in den Kampagneneinstellungen, den Suchbegriffbericht der letzten 30 Tage und die Liste Ihrer Conversion-Aktionen. Wenn die Option noch auf Standard steht, im Bericht viele Suchen auftauchen, die mit Ihrem Angebot nichts zu tun haben, oder Anrufe nicht gezählt werden, haben Sie Ihre ersten drei Aufgaben.

Und wenn Sie dafür keine Zeit haben, sprechen Sie mit uns. Wir sehen uns Ihr Konto gern einmal an.



Comments