Webentwicklung Leipzig: Was eine Website 2026 wirklich kostet

Webentwicklung in Leipzig: Warum drei Angebote für dieselbe Website so weit auseinanderliegen

Ein Metallbaubetrieb aus Markkleeberg holt drei Angebote für seine neue Website ein. Das erste liegt bei 3.200 Euro, das zweite bei 9.800 Euro, das dritte bei 24.000 Euro. Alle drei versprechen eine moderne, mobiloptimierte Seite. Der Geschäftsführer versteht die Welt nicht mehr.

Wir verstehen ihn gut. Diese Spanne ist in Leipzig normal, und sie entsteht selten durch Gier oder Dumping. Sie entsteht, weil die drei Anbieter unter dem Wort „Website“ drei verschiedene Dinge verstehen. Wer das auseinandernimmt, kann Angebote plötzlich vergleichen.


Was in einem Angebot steckt, auch wenn es nicht draufsteht

Eine Website besteht aus mehr als Design und Programmierung. Die Arbeit teilt sich grob so auf:

Konzept und Struktur. Welche Seiten braucht es, wer sucht was, welche Anfrage soll am Ende rauskommen? Dieser Teil wird im günstigen Angebot gern übersprungen. Dann baut man eben die Struktur der alten Seite nach, mit neuen Farben.

Texte. Der teuerste Posten, den niemand einplant. Viele Angebote enthalten den Satz „Inhalte werden vom Kunden geliefert“. In der Praxis heißt das: Die Seite ist technisch nach sechs Wochen fertig und steht dann vier Monate mit Blindtext im Staging, weil im Betrieb niemand Zeit zum Schreiben hat.

Technik. Das eigentliche Bauen, inklusive Formulare, Ladezeit, Mobilansicht und Schnittstellen, etwa zu einem CRM oder einem Buchungstool.

Recht. Impressum, Datenschutzerklärung, ein Cookie-Banner, das tatsächlich blockiert statt nur zu informieren. Google Fonts lokal eingebunden statt vom Google-Server geladen. Das klingt nach Kleinkram. Seit dem Münchner Urteil von 2022 kam aber eine ganze Abmahnwelle genau wegen dieses Kleinkrams.

Betrieb. Hosting, Updates, Backups. Das ist kein Projektposten, sondern eine laufende Aufgabe. Sie gehört trotzdem ins Gespräch, bevor irgendwer unterschreibt.

Legen Sie Ihre drei Angebote nebeneinander und markieren Sie, welcher dieser fünf Blöcke jeweils fehlt. Meistens erklärt sich die Preisspanne dann von allein.


Grobe Richtwerte für Leipzig

Stundensätze für Webentwicklung Leipzig spürbar unter München oder Hamburg. Für erfahrene Leute sind 70 bis 120 Euro die Stunde üblich. Daraus ergeben sich ungefähr diese Größenordnungen:


Projekt Typischer Rahmen

  • Einfache Unternehmensseite, 3 bis 5 Seiten 2.500 bis 6.000 €
  • Mittelständische Website, 10 bis 30 Seiten, mit Texten 8.000 bis 20.000 €
  • Onlineshop mit Warenwirtschaftsanbindung 15.000 bis 50.000 €
  • Individuelle Webanwendung, Portal, Kundenbereich ab 30.000 €


Das sind Orientierungswerte, keine Preisliste. Ein Shop mit 40 Produkten ist etwas anderes als einer mit 4.000 Varianten und Staffelpreisen für Händler.


Baukasten, WordPress oder statisches HTML

Hier wird oft ideologisch diskutiert. Das hilft niemandem.

Ein Baukasten wie Wix oder Jimdo ist für einen Friseursalon in Gohlis völlig in Ordnung. Er stößt an Grenzen, sobald Sie mehrere Standorte, saubere strukturierte Daten oder eigene Funktionen brauchen.

WordPress ist flexibel und weit verbreitet. Sie finden in Leipzig jederzeit jemanden, der daran weiterarbeiten kann. Der Preis dafür sind Plugins, die gepflegt werden wollen. Eine WordPress-Seite, die zwei Jahre keine Updates gesehen hat, ist ein Sicherheitsproblem mit Logo.

Statische Seiten, also schlichtes HTML ohne Datenbank dahinter, sind schnell und schwer angreifbar. Dafür können Sie Texte nicht selbst ändern, wenn kein Redaktionssystem obendrauf sitzt.

Stellen Sie deshalb eine andere Frage: Wer wird diese Seite in drei Jahren pflegen, und was kann diese Person?


Drei Posten, die im günstigsten Angebot fast immer fehlen

Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Wer Produkte oder Dienstleistungen online an Verbraucher verkauft, muss seine Seite zugänglich machen. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen teilweise ausgenommen. Das „teilweise“ sollten Sie klären, bevor die Seite fertig ist, nicht danach. Nachrüsten kostet ein Vielfaches.

Weiterleitungen beim Relaunch. Ihre alte Seite hat vielleicht über Jahre Rankings gesammelt. Ändern sich beim Relaunch die Adressen ohne saubere 301-Weiterleitungen, sind diese Rankings weg. Wir haben Relaunches gesehen, nach denen mehrere hundert Seiten aus dem Google-Index gefallen sind und die Anfragen über Wochen auf null gingen. Dahinter steckte kein Algorithmus-Update. Die alte URL-Liste war schlicht niemandem übergeben worden.

Messung. Wie viele Anfragen kommen über die Seite? Welche Seite bringt sie? Ohne Conversion-Tracking wissen Sie in einem Jahr nicht, ob sich die Investition gelohnt hat. Sie haben dann nur ein Gefühl.


Neu seit 2025: Kann eine KI Ihre Seite überhaupt lesen?

Ein wachsender Teil Ihrer Interessenten fragt nicht mehr Google, sondern ChatGPT oder Perplexity. Etwa: „Welcher Metallbauer in Leipzig macht Treppengeländer nach Maß?“

Diese Systeme zitieren Seiten, die sie verstehen. Das scheitert erstaunlich oft an Dingen, die ein Mensch nie bemerkt. Ein Beispiel sind Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen werden, sodass der Crawler eine fast leere Seite sieht. Ein anderes sind fehlende strukturierte Daten zu Firma, Standort und Leistungen. Häufig fehlt auch schlicht ein Satz, der klar sagt, was Sie machen, für wen und wo.

Das ist keine Zauberei. Es sollte aber im Angebot stehen, weil es bei der Entwicklung billig ist und hinterher teuer.


So lesen Sie ein Angebot

Fragen Sie jeden Anbieter, wer die Texte schreibt und wer die alten URLs umleitet. Fragen Sie außerdem, wer nach dem Launch Updates einspielt und was das im Monat kostet. Wenn eine Antwort ausweicht, wissen Sie, wo später die Nachträge herkommen.

Das teuerste Angebot ist nicht automatisch das beste. Das billigste ist aber sehr oft das unvollständigste.

Sie haben Angebote auf dem Tisch und wollen eine zweite Meinung? Schicken Sie sie uns. Wir sagen Ihnen ehrlich, was fehlt, auch wenn wir am Ende nicht diejenigen sind, die bauen.



Comments